Der Bürgerverein Hilden Süd war von Anfang an gegen die CO-Pipeline und ist weiterhin aktiv  im Netzwerk der
verschiedensten Vereine und Initiativen, die hier ein klares „Nein“ aussprechen.
Viele Menschen engagieren sich gegen die buchstäblich vor unserer Haustür verlegte Giftgasleitung.

Marlis Elsen von der Familienheimsiedlung Lehmkuhler Weg ist Mitinitiatorin des Protestes gegen das Bayer-
Vorhaben. Die Lehrerin ist seit 2010 auch Mitglied im Bürgerverein Süd.

Als „Anti-Pipeline-Kämpferin der ersten Stunden“ schildert Marlis Elsen hier ihre Gedanken und
Empfindungen, ihre Erwartungen und Hoffnungen, wie es mit dem Thema „CO-Pipeline“ weitergeht.


Der lange und harte Kampf gegen die CO-Pipeline
Äußerlich ist bereits Gras über der Leitung gewachsen. Aber zum Glück darf sie bisher nicht betrieben werden
und die Zeichen sind gut, dass niemals das höchstgefährliche Gas hindurchgeleitet werden darf.

Dies verdanken wir dem gemeinsamen Kampf der Bürgerinitiativen und Kommunalpolitiker. Nicht zu vergessen
sind die mutigen Privatkläger, die mit Unterstützung des Kreises Mettmann viel Kraft und Geld in den
gerichtlichen Verfahren aufbringen müssen.

Ich verstehe die Sorge der Politiker um den Industriestandort NRW und um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Aber
unser Kampf gegen die Kohlenmonoxid-Pipeline ist auf gar keinen Fall ein Kampf gegen den Industriestandort
NRW.
Es wurden viele Gespräche mit den Politikern geführt, auch vor Ort an der Pipeline. Sie haben sich
verständlicherweise bei der Verabschiedung des Enteignungsgesetzes darauf verlassen, dass der Bayer-
Konzern ein verantwortbares und sicheres Projekt plante.
Von einigen Politikern wurde sogar zum Ausdruck gebracht, man hielte zum jetzigen Zeitpunkt die Leitung für
nicht sicher und würde mit dem heutigen Wissensstand nicht mehr dem umstrittenen Gesetz zustimmen.
Trotzdem hat die Mehrheit am 24. März 2010 den erneuten Antrag der Grünen abgelehnt, die Pipeline zu
stoppen.
Dies ist für mich unverständlich. Erst schafft der Gesetzgeber uns dieses Problem, dann lässt er uns damit
alleine und  möchte die Entscheidung der Gerichte abwarten. Der Gesetzgeber hat sich damit wieder elegant
aus der Verantwortung gezogen.
Aber diese liegt ebenso beim Bayer-Konzern. Er hätte bei der Planung wegen der Giftigkeit des
Kohlenmonoxids mögliche Ursachen für einen Rohrschaden in Betracht ziehen müssen. Die wahrscheinlichste
Ursache für ein Leck ist eine äußere Einwirkung wie z.B. durch einen Bagger.
Und die Geogrid-Matte schützt selbst in doppelter Ausführung nicht vor Baggerangriffen. Das ist bewiesen. Die
Matte als Warnung zu deklarieren, ruft bei mir nur ein Kopfschütteln hervor. Kein Vertreter der Bayer AG hat
uns bisher den Nachweis bringen können, wie bei einer Leckage durch einen Eingriff von außen die Rettung
der Menschen in der Nähe der Pipeline möglich sein soll.
Für uns war und ist unvorstellbar, warum ein eigentlich vertrauenswürdiger Weltkonzern eine so wenig
abgesicherte Leitung überhaupt nur in Erwägung gezogen hat. Noch unglaublicher ist, dass die Bayer-Vertreter
in Gesprächen mit uns und in den Medien immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen, die Leitung sei
sicher.
Kein Wirtschaftsunternehmen kann dauerhaft gegen die berechtigten Interessen und Bedenken der Menschen
im Lande agieren, ohne Schaden zu nehmen. 
Es geht nicht drum, ob Bayer eine Vernetzung der Standorte braucht oder Wettbewerbsnachteile hat. Es geht
nicht um die wirtschaftliche Sicherheit des Bayer-Konzern, sondern um unsere Sicherheit. Und diese ist nur
dann gegeben, wenn das lebensgefähliche Kohlenmonoxid an den jeweiligen Standorten produziert und nicht
transportiert wird.
Aber ich bin davon überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen und nie mit dem lebensbedrohenden
Kohlenmonoxid in der Erde vor unseren Haustüren leben müssen.                                                         
                                                                                                                                                                                                       
Marlis Elsen



Das CO Pipeline Lexikon
herausgebracht von den
Bürgerinitiativen, erklärt Begriffe
rund um das umstrittene
Projekt
Bürgerverein Hilden Süd e.V.
CO-Pipeline
www.stopp-co-pipeline.de
Demo gegen die CO-Pipeline, Samstag, 2. Nov. 2013 10:30 Uhr