Vereinslokal  Das bisherige Vereinslokal „Karnaper Hof“ wurde
wiedergewählt. Mit den Ausschusssitzungen will man nach Möglichkeit
die verschiedenen Lokale berücksichtigen.
Angelegenheiten des Südbezirkes Unter „ Verschiedenes“  setzte
dann eine rege Aussprache ein, die mit Angelegenheiten des
Südbezirkes und der Gestaltung  des künftigen Vereinslebens
beschäftigte. Es sei hier das Ergebnis der Aussprache auf die einzelnen
Fragen zusammengefasst, die an diesem Abend  herausgestellt wurden.
Straßensprengen  Es wurde lebhaft bemängelt, daß  die Südseite
bisher offenbar gar nicht für das Straßensprengen existiert hat, trotzdem
alle Straßen des Südbezirkes sehr stark mit Staub belagert sind und
unter dem Wind sehr raschtrocknen.
Als Monstrum wurde festgestellt, daß seit drei Jahren kürzlich einmal
ein Sprengwagen die Südseite  berührt hat, aber durchaus nicht, um die
Straße zu benetzen.
Und das,obwohl keine der Straßen Pflasterung aufzuweisen hat. Diese
Angelegenheit ist in der letzten Stadtverordnetensitzung seitens des
Vereinsmitgliedes Stadtverordneter Büren deutlich zur Sprache gebracht
worden und der Verein wird sich in dieser Angelegenheit ebenfalls  an
die Stadtverwaltung wenden, um diesen Mißstand zu beseitigen.
Richratherstraße. Es wurde Klage darüber geführt, daß die
Kehrichtabfuhr auf der Richratherstraße öfters sehr mangelhaft,
manchmal auch garnicht  ausgeführt wird; diese Abfuhr müsse stets
regelmäßig und ordnungsmäßig an dieser sehr verkehrsreichen Straße
erfolgen.
Das städtische Wohnhaus an der Richratherstraße (besser bekannt
unter der Volksmundbezeichnung „Geisolei“ wie das große
Eisenbahnhaus als „zwölf Apostel“) bot zu mehrfachen Klagen Anlaß.
Grundsätzlich war man der Ansicht, daß jeder Mensch eine Wohnung
haben müsse, daß aber andererseits  ein derartiger Wohnbau nicht an
eine solche Verkehrsstraße gehöre. Die Klagen richteten sich gegen
das Verhalten bzw. den fast üblichen Auszug  einer Anzahl Bewohner
dieses Hauses, sowie gegen das Wäscheaufhängen am Sonntag, wenn
die Straße als Spazierweg benutz wird. Falls der gerüchtweise
verlautete Plan, dort ein zweites städtisches  Wohnhaus für die vielen
Ermittierten zu bauen, greifbare Gestalt  annehmen sollte, wird sich der
Bürgerverein wie auch die ganze Südseite bei der Stadtverwaltung ganz
entschieden wehren; man möge mit einem zweiten solchen Haus eine
andere Gegend bedenken, die nicht an Verkehrsstraßen liegt.
Klusenstraße-Verbindungsstraße. Beide Straßen befinden sich in
sehr schlechtem Zustande. Bei der Klusenstraße ist es um so
unverständlicher, als die seit langen Jahren schon wenigstens einseitig
von der Bau-Aktiengesellschaft Hilden bebaut ist. Das Wasser wird von
der Klusenstraße nach der Verbindungsstraße ( anstatt nach der
Richratherstraße) abgeleitet, dort kann das Wasser aber nicht ablaufen,
sondern bleibt in üblen großen Lachen stehen, bis es eintrocknet. Auch
diese Zustände erfordern gründliche Besserung.Karnaperstraße. Die
Straße befindet sich in gänzlich vernachlässigtem Zustande, der
dringent einer nachhaltigen Besserung bedarf.
Die Zufuhren zum Ohligser Wasserwerk.
Sehr lebhaft waren die Klagen über die seit längerer wieder Zeit
beobachtete Praxis der Materialzufuhrten über die verschiedenen
Straßen, über die diese Zufuhren garnicht erfolgen dürfen. Durch die
sehr schweren Fuhrwerke werden diese Straßen sehr stark in
Mitleidenschaft gezogen, wie Schützenstraße, Straße durch Karnap,
Straße durch den Hof usw..
Für diese Zufuhren ist ein bestimmter Weg und zwar die Karnaperstraße
von W.Tillmann ab vorgeschrieben und die Stadt Ohligs hat seiner
vertraglich die Verpflichtung übernommen, diesen bestimmten Weg  in
chausseemäßigen Zustande zu halten. Leider ist davon nichts zu
merken und es ist Sache der Stadtverwaltung, sich dieser
Angelegenheit umgehend nachdrücklichst  und nachhaltigst 
anzunehmen, sowohl was die Einhaltung des vorgeschrieben
Zufuhrweges wie der Instandsetzung und  nstandhaltung dieses Weges
betrifft, wenn die weitere Beschädigung der bestimmungswidrig
benutzen Straßen aufhören soll, deren Zustand sowieso kein guter ist.

Straßenbeleuchtung. Auch hinsichtlich der Straßenbeleuchtung
wurden mehrfache Wünsche laut, wobei betont wurde,  daß die
Herstellung und Instandhaltung guter Wege vordringlich  sei. Diese
Frage dürfte in nächster Zeit noch besonders behandelt und dringliche
Wünsche formuliert  werden.
Grundsätzlich wurde stets betont,  daß die Bewohner des Südbezirkes
ebenso gute Steuerzahler  und vielfach noch mit Realsteuern belastet
seien wie  die Bewohner der Mittelstadt und deshalb auch das gleiche
Anrecht auf Straßenausbau, Straßenverbesserung, Beleuchtung usw.
hätten wie die Bewohner der inneren Stadt.

Man mißgönne nicht der inneren Stadt seine Verbesserung, müsse aber
verlangen, daß auch die Außenbezirke und besonders der im
Aufschwung befindliche Süden in verhältnismäßig gleichem Umfange
berücksichtigt werde, und hier klaffe bisher ein großer Unterschied. Was
das Vereinsleben betrifft, so wird nach den entsprechenden Vorarbeiten
der nächsten Vollversammlung ein Plan für die regelmäßigen
Mitgliederversammlungen vorgelegt werden.Die interne Hauptarbeit liegt
ja bei dem Ausschuß, Vorstand und Beisitzern, der häufiger
zusammentreten soll. Inzwischen auftretende Wünsche sollen den
Ausschußmitgliedern als Arbeitsmaterial übermittelt werden. Betont
wurde, daß die bisherige Zusammenarbeit mit dem St.-Martinsverein
Hilden Süd auch weiterhin gepflogen werden soll. Die Anregung, durch
ein Familienfest die freundschaftlichen  Bande  fester zu knüpfen, dürfte
in Form eines Waldfestes im Laufe des Sommers ihre Verwirklichung
finden.
Man will auch sonst im Laufe der Zeit alles tun, um die Mitglieder und
ihre Familien immer näher zusammen bringen.  Vor allen Dingen aber
soll rege praktische Arbeit geleistet werden, um dem ganzen Südbezirk
und seiner Entwicklung zu dienen und zum Erfolg zu verhelfen.
Außerdem wurde hinsichtlich der Richratherstraße von Stadtv. Büren für
die kommende Woche ein bestimmter in anderer Richtung gehender
Antrag an die Stadtverwaltung angekündigt. Mit einem
zusammenfassenden Ueberblick über die so erfolgreich verlaufende
Wiederbelebung des Vereins und einem Aufruf zur allseitigen Mitarbeit
und Werbung für den Bürgerverein Hilden-Süd konnte der Vorsitzende
gegen 12 Uhr den so rege und einmütig verlaufenen Abend schließen.
Möge der Abend der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunftsarbeit  im
Allgemeininteresse des Südbezirks sein und der Verein auch dessen
allgemeine Unterstützung finden. Das verdient das in starker
Entwicklung begriffene Hilden Süd.


 
Ein Auszug der Stadtkarte Hildens  aus dem Jahre 1927 zeigt den Wirkungskreis des Bürgervereins.   
Ein Blick zurück auf die Anfänge des Bürgervereins
Unser aktueller Bürgerverein besteht seit 1995, aber schon in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es engagierte Mitbürger, die sich für den
damals noch völlig anders strukturierten Süden unserer Stadt einsetzten. Ein Artikel aus dem Rheinischen Volksblatt vom 26. März 1928 gibt einen
interessanten Einblick in die Tätigkeit - und die Sorgen - eines Bürgervereins  in unserem Stadteil. Wir finden: Ganz so ein großer Unterschied zum
heutigen Bürgerverein ist gar nicht zu erkennen! Hier der Artikel in seiner ganzen Länge, aufgelockert mit Bildern und Plänen von anno dazumal.

Hilden-Süd meldet sich zum Wort

Die Neubelebung des Bürgervereins Hilden Süd
Rheinisches Volksblatt 26. März 1928

Schon seit längerem tauchte immer wieder und in weiten Kreisen im Süden die Frage auf, ob denn nicht im Süden Hildens ein Bürgerverein ist, der
sich der immer zahlreicher auftretenden  und unbefriedigten  kommunalpolitischen Angelegenheiten  des sich unverkennbarem Aufschwunge
befindlichen Südbezirkes energisch annehmen könne.
Der Süden hat zwar eine Anzahl Vereine, in denen das bekannte Zusammenhalten der Südstädter stets zum Ausdruck kommt, aber die Tätigkeit
eines derartigen gemeinnützigen  Kommunalvereins wurde noch empfindlich vermißt.
Zwar ist am 7. März 1925 ein Bürgerverein Hilden Süd gegründet wurden, aber von einer Tätigkeit des Vereins drang wenig in die Öffentlichkeit und in
den letzten zwei Jahren schien der Verein entschlafen zu sein, da von ihm nichts mehr bekannt wurde und auch sein Vereinsleben fast völlig ruhte.
Die starke Entwicklung des Südens gerade in den letzten halben Jahre führte aber die Interessenten gezwungenermaßen wieder zusammen und so
hielt man vor zwei Wochen wieder eine Hauptversammlung ab, in der der Wille zum aktiven Leben neu und kräftig entstand.
Daß ein reges Vereinsleben seinen gedeihlichen Boden hat, beweist die Tatsache, daß der jahrelang in äußerer Tätigkeit ruhende Verein heute noch 
an 95 Mitglieder zählt. Seine größere Unterstützung  galt der großen Kinderbescherung des St.-Martin-Verein Hilden Süd. Der Wirkungskreis des
Vereins umfasst folgendes Gebiet:
vor der Eisenbahn Hilden-Ohligs nach Pungshaus,  dann von dieser Eisenbahn ab das Gebiet nach Süden einschließlich  Klophaus, Forstbach,
Bolthaus, Deutz, Bruchhaus, Karnap. Bei der starken baulichen Entwicklung dieses Bezirkes ist ihm also ein großer Mitgliederstand bei geschickter
Führung sicher
Am Samstag, 24 März wurde nun im  „Karnaper Hof“ eine Jahreshauptversammlung abgehalten, die der Neubelebung des Vereins galt. Trotz der
erwähnten nachteiligen Erscheinungen war sie zahlreich besucht, was man als gutes Vorzeichen für die weiteren Entwicklung und Tätigkeit des
Vereins ansehen darf.

Kurz nach 8 Uhr eröffnete  namens des Vorstandes der Kassenwart Fritz Felber die Versammlung mit kurzer Begrüßung und teilte mit,dass der
bisherige 1.Vorsitzende inzwischen sein Amt niedergelegt habe. Zum einstweiligen Versammlungshelfer wurde dann das Vorstandsmitglied
Bornemann bestimmt.
Zum ersten Punkt der Tagesordnung wurde ein kurzer Kassenbericht vom Kassenwart erstattet, der einen Bestand von 45 Mark auswies. Zu beachten
ist dabei, daß der Verein zwei Jahre geruht hat. Darauf wurde eine vollständige
Neuwahl des Vorstandes vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatte.
1. Vorsitzender Josef Tümmler,
2. Vorsitzender Wilhelm Bornemann 
1. Kassenführer Otto Beder
1. Schriftführer Max  Dinger
2. Schriftführer Johann Hübl
Als Beisitzer aus den Einzelbezirken wurden gewählt: Robert Ketzler, Adam Becker, Fritz Wurth, Hubert Pohler, Johann Hauscheid, Wilhelm Kürten. 
Anschließend Oekonomierat Büren den Herren Felber und Bornemann, sowie den übrigen bisherigen Vorstandsmitgliedern den Dank der
Versammlung aus.Dem neuen Vorstand wünschte er, dass er bald die ganze Südseite hinter sich haben möge, um mit den zahlreichen dringenden
Wünschen der Südseite auch bei der Stadtverwaltung  durchzudringen.
Er bat dann um allseitige Unterstützung des Vereins seitens der Mitglieder und der ganzen Südseite. Es müsste  allerseits eine intensive  Werbung
um neue Mitglieder einsetzen und nun jeder einzelne intensiv im Verein mitarbeiten. - Danach übernahm der neue Vorsitzende Herr Tümmler, die
Führung der Geschäfte.
Beitragsfestsetzung Eine kleine Aussprache zu diesem  3. Punkt der Tagesordnung endete mit Beschlüsse, den Beitrag bei den bisherigen 1.- Mark
zu belassen. In wirtschaftlich  schwierig  gelagerten Fällen soll Entgegenkommen geübt werden. Desgleichen ist dem Betrag der dazu ermittelten
Mitglieder nach oben keine Grenze gesetzt. Der Beitrag soll in Bruchteilen durch einen Boten erhoben werden.
Historie
Bürgerverein Hilden Süd e.V.